Die Taschenoper Lübeck bringt eine Oper aus dem KZ Theresienstadt auf die Bühne
Der Komponist Victor Ullmann hatte sie mit dem Dichter Peter Kien 1943 im KZ Theresienstadt geschrieben. Es kam nur bis zur Generalprobe, dann wurde die Oper verboten und fast alle Mitwirkenden wurden mit dem "Künstlertransport" nach Auschwitz gebracht und dort ermordet. Die erste Aufführung fand erst 1975 in Amsterdam statt.
Die Oper erzählt von Macht, Tod und Hoffnung: Ein tyrannischer Kaiser ruft den Krieg aller gegen alle aus, woraufhin der Tod seinen Dienst quittiert – niemand kann mehr sterben. Nur vermeintlich ein Segen, denn manch Sterbender muss nun endlos leiden. Erst Liebe, Widerstand und Verzicht bringen die Welt wieder ins Gleichgewicht.
Trotz des schweren historischen Hintergrunds überzeugt die Inszenierung durch Witz, Tempo und musikalische Vielfalt. Ullmann verbindet Jazz, Barock und bekannte Melodien zu einer ebenso klugen wie berührenden Allegorie.
Eingebettet waren die Vorstellungen in ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Filmen, Workshops und Gesprächen. So ist es der Taschenoper gelungen, unter aktiver Einbindung von Schülerinnen und Schülern, mit der Kraft des Musiktheaters die Erinnerungskultur zu fördern.

